Work Text:
„Magst du mir die Lippen machen? Das sieht dann einfach besser aus!“ Sebastian sah Thorsten auffordernd an, und hielt ihm den Lippenstift hin. Dabei hob er eine Augenbraue, was seinen braun-glänzenden Lidschatten richtig auffällig machte.
Da das nicht das erste Mal war, dass Sebastian ihn darum bat, war Thorsten schon vorbereitet, und setzte sich auf den Tisch. Und deutete auf den Stuhl vor ihm. Beim ersten Mal hatten sie es im Stehen versucht – und das war so wacklig gewesen, dass es gar nicht ging. Das Mal danach, im Sitzen voreinander. Das war zwar nicht ganz so wacklig gewesen, aber der Winkel war trotzdem alles andere als ideal. Irgendwann waren sie dann bei dieser Position angekommen, und so funktionierte es tatsächlich auch.
Sebastian setzte sich, und Thorsten nahm ihm den Lippenstift ab. Auch der war keine große Überraschung. Rosa – wenn er aufgetragen war, war er durchaus als Lippenstift erkennbar, aber er war nicht knallig. Er ließ Sebastian eher weicher, fast mädchenhaft aussehen. Ein Effekt der durch das ebenfalls sanft rosa Rouge noch unterstrichen wurde.
Mit der linken Hand stabilisierte er Sebastians Kinn, mit der rechten trug er die Farbe auf. Wenn er ehrlich war, gefielen ihm diese Momente. Sebastian saß vor ihm, außergewöhnlicherweise einmal scheinbar kleiner als er selbst, und ließ Thorsten seinen Kopf drehen, wie er wollte.
Schließlich war er fertig, und konnte nicht widerstehen, Sebastians Kopf noch einmal leicht in beide Richtungen zu drehen. Immerhin musste er ja seine Arbeit überprüfen. Sebastian ließ das zu, ein leises Lächeln in seinen Mundwinkeln erkennbar.
Nachdem er sein Werk ausgiebig betrachtet, und für akzeptabel befunden hatte, überprüfte er, ob die Farbseite des Stifts schon angetrocknet war. Mit dem Zeigefinger fuhr er über Sebastians Lippen. Dessen Augen weiteten sich, und er wiederholte die Bewegung noch einmal. Fast war er versucht, seinen Finger sofort durch seine Lippen zu ersetzen, aber etwas fehlte noch. Noch waren die Lippen leicht klebrig von der Farbe. Also war es Zeit, die Lippen mit dem Fettstift nachzuziehen. Er tat es, und ließ anschließend den Finger erneut darüber gleiten. Jetzt waren die Lippen weich und glatt, und er gab seinem Impuls nach. Er legte die Hand unter Sebastians Kinn, hob seinen Kopf damit leicht an, und beugte sich vor und leicht herunter, um ihn zu küssen.
