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Als der Mond aufgeht - Calione

Summary:

Calione wachsen ihre Aufgaben über den Kopf. Als nächste Herrscherin über die acht Kaiserinnen und deren Vasallen hat sie viele Verpflichtungen. Auch wenn ihr ihre Ehemänner dabei helfen, ist sie nicht glücklich. Bei einem Treffen mit ihrer Großfamilie trifft die nicht nur alte Bekannte, sondern auch viele Neue. Eine davon springst ihr sofort ins Auge und ihre Ehemänner und beste Freunde Gabriel und Leviathan wollen ihr helfen.

Chapter 1: Vorbereitungen

Chapter Text

Das letzte Treffen des Tages war gerade beendet, als die Diener um Calione herum mit ihrer Arbeit begannen. Noch beim Laufen wurden ihr verschiedene Maßbänder an den Körper gehalten und über mögliche Farbkombinationen diskutiert. Violett sollte das Kleid sein und ihr eng anliegen. Uneinigkeit herrschte auch über die Länge und den Stil der Ärmel.

In ihrem Zimmer angekommen war man sich nun doch einig und es wurde ein Kleid präsentiert. Calione zog es über und beobachtete das Spiel des Stoffes im Spiegel. Probeweise drehte sie sich ein paar Mal und nickte den Dienern zu. Diese verneigten sich hastig und murmelten von der Ehre, die sie erfuhren.

Die Ruhe hielte nur ein wenige Minuten bis ihre Ehemänner mit ihrer eigenen Schar Dienern in ihre Räumlichkeiten spazierten. Sie waren bereits in schwarze Hosen und blaue Langarmshirts gekleidet. Die violetten Wämser in ihren Armen passten farblich zu ihrem Kleid.

„Ihr seht heute wieder wunderschön aus.“ merkte Leviathan an und seine eisblauen Augen musterten ihre Figur. Gabriel hingegen befahl den Dienern zu gehen. „Ich werde mich selbst um den Schmuck des Mondes kümmern. Ihr werdet sicher woanders gebraucht.“ Eilig verabschiedeten sich Diese und verschwanden.

„Cal, ich kann Levi nicht widersprechen. Die Farbe macht sich wunderbar mit deinen Augen. Auch wenn ich natürlich einen blauen Ton viel schöner gefunden hätte…“ sagte Gabriel und schaute zu Leviathan. Dieser grinste ihn nur an. „Ich glaube kaum, dass die Farbe sehr viel Einfluss hat. Sie sieht immer gut aus. Solange du nicht in grau oder weiß da raust gehst, ist das in Ordnung.“

„In Ordnung?“ fragte Calione. „Du meinst wohl: „Sie sieht immer wie aus dem Ei gepellt aus, ohne es darauf anzulegen“, nicht?“. Er verdrehte die Augen und setzte sich auf die nahestehende Couch. „Höre ich da ein bisschen Eifersucht heraus?“ Bevor Gabriel die Chance hatte einzugreifen, sagte Calione: „Ach was, ich muss mich doch gut wappnen für heute Abend. Die Geier warten nicht darauf dass ich ich gut aussehe. Das weißt du, mein Lieber.“

Sofort wurde es still und jeder von ihnen dachte an das bevorstehende Ereignis. Das Fest wurde zu Ehren von Caliones Mutter, der Sonne und Herrscherin des Universums, abgehalten. Alle 10 Jahre kam die Familie der Vasilirhya zusammen um zu feiern. Der eigentliche Grund war aber ein viel Einfacherer.

„Bin ich froh mit euch verheiratet zu sein. Die nörgelnden Verwandten, die ihren Sohn an meiner Seite sehen wollen, haben mich immer so fertig gemacht!“ beklagt sich Calione und lässt sich neben Leviathan auf das Sofa plumpsen. „Jetzt werden sich die Fragen wohl eher in andere Richtungen bewegen.“ fügte Gabriel hinzu. In einer hohen Stimme sagte er: „Die Linie muss weitergeführt werden. Du hast weder Schwestern, noch scheint die verehrte Sonne sich dazu berufen fühlen, einen weiteren Strahl das Leben zu schenken.“

Calione lachte leise und legte einen Arm um Leviathan. „Zur Not müsst ihr euch einen weiteren Hauptehemann zulegen.“ sagte Leviathan und wackelte mit den Augenbrauen. „Mit euch habe ich genug Arbeit. Ein Dritter wäre zu viel des Guten.“ antwortete Calione und wedelte leicht mit ihrer Hand. Dabei schweifte ihr Blick auf die Uhr und sie erhob sich. Leviathan erhob sich ebenfalls und zog sein Wams über. Danach nahm er die Schmuckschatulle von der nahestehenden Kommode und bot ihr den Inhalt an. Sie nahm sich ein paar Ohrringe und eine Kette. Zusammen mit ihren Ringen legte sie sie an.

Gabriel hält ihr sein Arm hin und sie hakt sich unter. „Dann wollen wir mal“ sagt Calione. „Vergiss das nicht.“ hält Leviathan sie auf und setzt ihr ein silbernes Diadem auf das gleichfarbige Haar. Der violette Edelstein stach als Einziges hervor. Sie lächelte ihn an. „Danke.“

Kurz bevor sie an der Tür waren, hatte sie noch einen Angelegenheit zu klären. „Ihr wisst, dass ihr euch jemanden für heute Nacht nehmen dürft. Ich habe ein Quartier mir zwei Zimmern dafür reserviert. Niemand wird euch stören.“ Beide Männer tauschten einen Blick und nickten sich zu. „Wir wissen das zu schätzen. Ich hoffe du wirst auch jemanden finden.“ antwortete Gabriel. Ihr Blick wurde kurz starr. „Irgendwann, Gabe, vielleicht. Ich habe noch ein paar Jahrhunderte Zeit, bevor ich Sonne werde. Wenn nicht nutzen wir IVF.“

Die Wachen vor Tür standen stramm, als Calione und die beiden Männer aus dem Zimmer kamen. Der Fahrer des Raumschiffes wurde informiert und der Flug zur Veranstaltung war kurz und ereignislos. Der anstrengende Teil des Tages wartete auf sie.