Work Text:
Niemand liebte Maria.
Niemand.
Davon war sie fest überzeugt.
Nicht ihre Eltern.
Ihre Eltern die sich nie um sie gekümmert haben.
Ihre Freunde.
Sie melden sich nie.
Und auch nicht Peggy.
Maria war unsterblich in Peggy, ihre Kindheitsfreundin verliebt.
Aber Peggy liebte sie nicht.
Nicht auf die Art auf die Maria sie liebte.
Das wusste sie.
Sie war hetero.
Es konnte gar nicht anders sein.
Maria wusste, dass sie sich von dieser Liebe nie erholen würde.
Niemand liebt sie und niemand wird sie jemals lieben.
Peggy wird sie niemals lieben.
Sie hasst sich.
Peggy würde sie auch hassen, wenn sie von ihren Gefühlen wüsste.
Die letzten Gedanken, die durch Marias Gedanken flogen, bevor sie von der unheimlichen Dunkelheit des Flugzeuges verschlungen wurde. Sie musste diese Gedanken jetzt denken. Sie wusste, dass sie später nicht die Zeit dazu haben wird. In wenigen Stunden wird sie an der Front stehen. Da hat sie keine Zeit mehr, um über ihr trauriges bisschen Leben zu trauern. Sie wollte nicht töten. Auf keinen Fall wollte sie das. Sie wollte nach Hause. Sie wollte nie in den Krieg ziehen aber sie hatte keine Wahl. Alle hätten sie nur noch mehr gehasst, hätte sie die Einberufung verweigert. Jetzt war es eh zu spät. Gleich hebt das Flugzeug ab.
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Peggy machte sich Sorgen. Seit Maria vor etwa einem Monat in den Krieg zog, hatte sie fast nur noch schlaflose Nächte. Als Medizinstudentin wurde sie nicht einberufen. Das änderte allerdings nichts daran, dass sie sie vermisste. Sie vermisste sie so sehr. Sie hatte Angst um sie. Nicht die Angst die man hat, wenn ein Freund sich in Gefahr begibt. Nein, es war die Angst, die große Liebe zu verlieren. Peggy hat sich geschworen, Maria von ihren Gefühlen zu erzählen. Sie hat es immer aufgeschoben aus Angst, dass sie nicht erwidert werden. Aber wenn Maria wiederkommt, wird sie es definitiv tun. Daran bestand kein Zweifel.
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Eine Kugel. Blut. Da kam Blut aus ihrer Schulter. Es tut weh. So weh. Nach Hause.
,,Ich will nach Hause."
Boden. Dreck. Schmerz.
Ihr ging die Kraft aus.
,,Ich..ich.."
Leben. Tod. Lieben. Sterben.
Peggy.
,,Ich will nicht sterben. P-peggy..."
Dunkelheit.
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,,Sehr geehrte Frau Schuyler,
es tut uns sehr Leid, sie darüber in Kenntnis setzen zu müssen, dass unsere gutherzige Mitbürgerin Maria Reynolds am vergangenen Dienstag für das Wohl des Volkes im Krieg gefallen ist.
Wir wünschen ihnen und ihren Angehörigen viel Kraft,
Frau Schwarz
(Sekretärin der Kaserne 1804)"
Nein, das konnte nicht sein. Das durfte nicht sein. 1000 Gedanken gingen Peggy durch den Kopf. Eine riesige Wut breitete sich in ihr aus. Eine Wut gegen sich selbst. Warum war sie nur so dumm? Warum hat sie Maria nie von ihren Gefühlen erzählt? Sie wünschte sie könnte die Zeit zurückdrehen. Es war zu spät. Peggy schrie aus Wut. Sie sackte zusammen. Sie weinte und schrie und schlug in den Boden ein.
,,Warum sie? Warum? Sie hat es nicht verdient. Warum? Warum Gott?"
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1 Jahr ist vergangen. Es war Marias Todestag. Ein harter Tag für Peggy. Sie besuchte Marias Grab zusammen mit Angelica und Eliza. Sie weinte und Angelica und Eliza hielten sie, damit sie nicht zusammenbrach. Peggy traf die bewusste Entscheidung, sich auf den Boden zu setzen.
,,Lasst ihr uns kurz allein?" fragte sie schluchzend.
,,Natürlich." sagte Eliza. Auch ihr liefen Tränen über die Wangen.
Sie entfernten sich.
,,Maria. Gott. Ich weiß dass du nicht hier bist, und trotzdem versuche ich mit dir zu reden. Ich vermisse dich. Ohne dich macht mein Leben keinen Spaß mehr. Keinen Sinn. Ich liebe dich. Schon immer habe ich dich geliebt. Ich kann nicht mehr. Ich bin am Ende. Was soll ich denn mit meinem Leben anfangen, wenn ich nicht bei dir sein kann? Es wird zu viel. Ich-ich wollte dir schon immer sagen, wie sehr ich dich liebe. Ich feiges Stück Scheiße hatte zu viel Angst. Heute soll die Angst enden. Ich möchte nicht mehr in Trauer leben."
Sie öffnete ihre Tasche und holte eine Pistole raus.
,,Ich möchte nicht mehr in Trauer leben also werde ich bei meiner großen und einzigen Liebe sterben. Maria. Bis bald. Ich liebe dich."
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Angelica und Eliza waren bei ihr, als sie von uns ging.
