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Characters:
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Language:
Deutsch
Series:
Part 2 of Freedom Reihe
Stats:
Published:
2025-10-24
Completed:
2026-02-17
Words:
77,952
Chapters:
35/35
Comments:
6
Kudos:
11
Hits:
388

Fragile Freedom

Summary:

Doron hat überlebt. Doch während die Wunden auf seiner Haut langsam verheilen, reißt etwas anderes wieder auf: Alte Schatten steigen aus der Tiefe und mit ihnen die Geister seiner Vergangenheit. Kenny taucht auf. Und Ben und Sina sind noch immer im Untergrund, wo AM sie jederzeit töten könnte.

Die Hauptstadt zerfällt. Lügen, Machtspiele und Verrat ziehen sich durch jede Schicht. Der Aufklärungstrupp steht mit dem Rücken zur Wand. Aber für Doron ist das kein völliges Neuland. Denn diesmal trägt der Feind ein vertrautes Gesicht: das eines Menschen.

Und ausgerechnet jetzt beginnt er, diesen verfluchten Hauptgefreiten zu verstehen - mehr, als ihm lieb ist. Vertrauen war nie Teil seines Plans. Aber manchmal sind es die, von denen man am wenigsten erwartet hätte, die einem den Rücken freihalten.

Notes:

Also... ich bin zurück! Als Erstes möchte ich sagen, dass dieser Band insbesondere schwierige Themen behandelt, die für manche Menschen möglicherweise schwer zu lesen sind, entweder weil sie selbst ähnliche Erfahrungen gemacht haben oder weil sie einfach sensible Menschen sind (was keineswegs abwertend gemeint ist). Schaut euch also bitte die Tags an, in denen ich alles aufgeführt habe, was in dem Buch vorkommt. Wenn etwas fehlt, lasst es mich bitte wissen!

Und nun zu einem weniger ernsten Thema: Ich habe einen Tumblr-Account erstellt und ihr könnt mir dort gerne folgen. Den Link findet ihr unten.
Dort teile ich einfach Dinge, über die ich schreiben möchte, Moodboards, meine Gedanken zu einigen Charakteren, einfach alles, was mir in den Sinn kommt.

Ich hoffe, euch gefällt der zweite Teil!

(See the end of the work for more notes.)

Chapter 1: Prolog

Chapter Text

Die Dunkelheit des Verlieses war beinahe greifbar.
Feuchte Erdwände, karger Boden, ein flackerndes Licht, das durch eine einzige Fackel an der Decke geworfen wurde und lange, verzerrte Schatten über die Wände tanzen ließ. In der Mitte des Raumes kniete das Mädchen, ihr schmaler Körper bebte, ihre Hände lagen auf dem kalten Stein, als könnten sie ihr irgendeinen Halt geben. Ihre Wangen waren nass, ob von Tränen oder Schweiß, ließ sich kaum noch unterscheiden.
„Du hast so lange gekämpft.“ Die Stimme der alten Frau hallte durch den Raum. Sanft. Fast mitfühlend.
Ein Klacken begleitete ihre Schritte, als sie näherkam, der Stock in ihrer Hand stützte sie bei jedem gemessenen Tritt, und doch war da nichts Gebrechliches an ihr. Ihr Rücken war gerade, ihre Augen ruhig, ihr Lächeln wissend.
„Aber wofür, mein Kind?“ Das Mädchen zitterte. Sie hörte schreie, aber niemand schrie mehr.„Nein…“ Ihre Stimme war brüchig, schwach, als wäre jedes Wort eine Anstrengung. „Nein, das stimmt nicht…“ Die Alte neigte leicht den Kopf zur Seite, fast, als wäre sie amüsiert. „Du weißt es bereits. Tief in dir hast du es längst erkannt.“
Sie kam noch näher, ließ sich langsam vor dem Mädchen nieder, bis sie mit ihr auf Augenhöhe war. „Sag mir, warum weinst du?“ Die Stimme des Mädchens versagte. Sie keuchte, presste die Augen zusammen, ihre Finger krallten sich in den Stein. Sie hörte seine Stimme, wo keine mehr war.
„Es ist schwer, nicht wahr?“ Die Alte legte sanft eine knochige Hand auf ihre Schulter. „So viel Widerstand. So viel Schmerz. Und wofür? Was hast du gewonnen?“ Das Mädchen wollte sich losreißen, doch ihre Beine gaben unter ihr nach. Sie sah sein Blut, doch war es längst verblasst.
Die Alte beugte sich näher. „Du weißt, dass ich recht habe.“ „Nein…“ Ein heiseres Flüstern. „Doch.“ Das Lächeln in der Stimme der Alten war sanft. Warm. „Er hat dich belogen, mein Kind. Er hat dich benutzt.“ Das Mädchen atmete schwer. Spürte den Schmerz, der seiner gewesen war.
„Erinnerst du dich?“ Die Alte sprach weiter, ruhig, unaufhaltsam, als wäre ihre Stimme ein beständiger Tropfen, der langsam, unaufhörlich einen Stein aushöhlt. „Wie er dir sagten, dass du wichtig bist. Dass du einen Platz hast. Dass er dich liebt.“ Die Worte schnitten tiefer als jede Klinge. „Aber wo ist er jetzt?“
Das Mädchen begann zu zittern. „Warum ist er nicht hier?“ Die Alte beugte sich noch näher. „Weil du für ihn nie mehr als ein Werkzeug warst.“
„Das… das ist nicht wahr…“ Doch ihre Stimme verlor den Kampf gegen das Zittern in ihrem Körper. Die Alte legte sanft eine Hand an ihre Wange, wischte eine Träne fort. „Natürlich ist es das.“ Das Mädchen rang nach Luft. Die Mauern, die sie so verzweifelt aufrechterhalten hatte, begannen zu bröckeln. „Er hat mich geschickt, weil es ihm egal war, ob du stirbst.“
Die Worte waren eine Klinge, die immer tiefer drang. „Er wusste, dass du scheitern würdest.“ „Nein…“
„Und doch hat er mich geschickt.“
Das Mädchen begann zu wimmern. „Warum?“ Die Alte ließ ihre Stimme noch sanfter klingen. „Warum sollte er das tun, wenn er dich liebt?“ Das Mädchen presste die Hände an ihre Ohren. „Schluss…“
„Weil er es nie getan hat.“ Ein Schluchzen entkam ihrer Kehle. Die Alte zog sich zurück, richtete sich langsam wieder auf. „Lass es los, mein Kind.“ Ihr Stock klackte auf den Boden, während sie ein paar Schritte zurücktrat. „Es wird so viel leichter sein, wenn du aufhörst zu kämpfen.“ Das Mädchen schnappte nach Luft, ihr Körper sackte nach vorne, bis ihre Stirn den kalten Stein berührte.
Die Tränen wollten nicht aufhören zu fließen. Und mit jeder einzelnen wich der Widerstand in ihr ein Stück mehr. Die Alte beobachtete sie, geduldig. Sie hatte Zeit. Die Stille war schwer.
„Er hatt mich belogen…“ Die Worte kamen erstickt, zerbrochen. Die Alte lächelte. „Ja, mein Kind.“ Das Mädchen schluchzte, ihre Schultern bebten, während sie sich zusammenkrümmte.
„Er… er habt mich belogen…“ Wiederholte es. Flüsterte es. "Er hat mich belogen."