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Phantomschmerzen

Summary:

Ivos Schusswunde, die ihm seine neueste Flamme Nina am Ende von Himmel und Erde zugefügt hat, ist fast verheilt, aber die psychischen Nachwirkungen bleiben, sowohl bei Ivo als auch bei Franz.
Wenn Ivo doch nur aufhören würde, Nina nachzuweinen! - Findet Franz. Was er selbst eigentlich von Ivo will, kann er sich aber nicht richtig eingestehen.

Notes:

Written for the Weekly Berry Patch Challenge for June 4th, 2026. Prompt: llness/Injury Recovery, Pinking while fucking (ended up being pining while cuddling instead).

Ich mag Himmel und Erde nicht besonders. Der Plot ist irgendwie nichtssagend und hängt zur Hälfte mal wieder nur daran, dass Ivo wegen einer Frau fragwürdige Entscheidungen trifft. Dafür ist das Ende (Franz rettet Ivo dramatisch das Leben!) aber gut und bietet jede Menge fruchtbaren Boden für Fanfic! :)

Work Text:

Ivo ließ Franz in die Wohnung und bedeutete ihm wortlos, sich aufs Sofa zu setzen, während er selbst langsam zur Küche hinüberging. Er humpelte immer noch stark, ein Anblick, bei dem sich in Franz alles zusammenzog. Aber er sagte nichts. Ivo reagierte empfindlich auf Hilfsangebote oder aus seiner Sicht übertriebene Sorge. Immerhin war es erst zehn Tage her, dass Ivo in den Oberschenkel geschossen worden war und viel Blut verloren hatte. Allein bei dem Gedanken an den bewusstlosen Ivo neben der Kabeltrommel wurde Franz nachträglich erneut von Angst gepackt. Er sah sich selbst wieder die Waffe heben und abdrücken. Ein richtig guter Schuss war das gewesen, präzise—tödlich. Franz setzte sich auf seine Hände, damit die endlich aufhörten zu zittern. Übel war ihm auch wieder.

Er bereute es nicht. Aber gut fühlte es sich nicht an, Naumann getötet zu haben. Natürlich nicht, Franz. Das wäre auch wirklich beunruhigend, meinst' nicht? Franz hörte die Worte in seinen Gedanken in Ivos Stimme.

Ivo kam mit zwei Bier zurück aus der Küche, von denen er Franz eins entgegen hielt. Franz beschwor sich innerlich, Ivo das Zittern nicht sehen zu lassen, bevor er die Hand danach ausstreckte. Der ließ sich mit einem schmerzhaften Stöhnen neben Franz aufs Sofa fallen, das er unerfolgreich zu unterdrücken versucht hatte.

Franz stieß seine Bierflasche gegen Ivos und nahm einen Schluck. Sie sahen einander nicht an. Franz warf immer wieder unauffällige Blicke zur Seite, aber Ivo hatte den Blick geradeaus gerichtet und schien in Gedanken versunken.

Sie hatten ihr Bier beinahe ausgetrunken, als Ivo plötzlich sehnsüchtig seufzte und sagte: "Ich wünschte, Nina könnte mir wenigstens eine Nachricht schicken, dass sie in Ordnung ist. Sie wollte ins Ausland. Ich hoffe, ihr geht's gut."

Franz unterdrückte den Impuls, Ivo seine Meinung zu diesem Unsinn so lautstark und mit so vielen Kraftausdrücken mitzuteilen, wie er es gern getan hätte. So ruhig wie möglich antwortete er: "Ivo, sie ist eine Trickbetrügerin. Sie hat dich mit deiner eigenen Waffe bedroht. Wegen ihr wärst du fast tot." Verdammt nochmal! Du Depp! Wenn ich das mit dem Bahngelände nicht erraten hätte und in letzter Sekunde aufgetaucht wäre... Und das alles nur, weil du hirnlos dieser Frau hinterhergerannt bist!, sagte er nicht.

"Ohne Naumann und seine Perversitäten wäre das doch alles nicht passiert!" Ivo brauste sofort auf.

Franz beschloss, dass es sinnlos war. Er lehnte den Kopf zurück auf die Rückenlehne des Sofas und biss die Zähne zusammen. Es schmerzte. Er verlangte doch gar nicht, dass Ivo ihm auf Knien für die Lebensrettung dankte (auch wenn er sich bedeutend schlechtere Arten vorstellen konnte, den Samstagnachmittag zu verbringen, wenn Ivo bloß schon wieder ohne Schmerzen hätte knien können). Aber dass der in Gedanken anscheinend immer noch dieser Betrügerin nachhing, die er für die Dauer eines—offensichtlich nachhaltig beeindruckenden—Flirts gekannt hatte, während Franz hier neben ihm auf dem Sofa saß, tat einfach weh.

Er war nicht eifersüchtig, sicher nicht. Ivo konnte anschmachten, wen er wollte—außer Verdächtige in einem Mordfall und wer-weiß-wie-vielen Betrugsfällen, verdammt nochmal. Und war es wirklich zu viel verlangt, dass er sich wünschte, Ivo würde etwas mehr seiner Aufmerksamkeit Franz zukommen lassen, wo der immerhin gerade anwesend war?

"Du hast sie nicht erlebt, als wir uns ungestört unterhalten haben. Sie war so... melancholisch. Sie hat ein anderes Leben gewollt, Franz."

Franz rollte die Augen nach oben und hoffte sofort, dass Ivo es nicht bemerkt hatte. Mensch, vergiss endlich die Nina, du Depp! Die hat dich in dem Moment vergessen, als sie herausgefunden hat, dass du Bulle bist.

Eigentlich hatte er keine Lust, den verständnisvollen Kumpel zu spielen, der Ivo in seinem Liebeskummer tröstete. Aber gehen wollte er auch nicht. Er vermisste Ivo im Dienst ganz furchtbar und die vergangene Woche hatte er allein so viel zu tun gehabt, dass er ihn kaum gesehen hatte. Er hatte wirklich keine Lust auf Streit und schlechte Laune; er sehnte sich danach, sich Ivo einfach wieder nahe zu fühlen. Danach, dass sie einander einfach wortlos verstanden, wie sonst, wenn keine Frauengeschichte und... Verletzungen, Angst—und was immer es an diesen Erinnerungen war, das seine Hände zittern und sein Herz rasen ließ—zwischen ihnen standen.

Bevor er zu lang darüber nachdenken konnte, hatte er eine Hand ausgestreckt und Ivo aufs Knie gelegt. Er drückte Ivos Knie leicht und strich dann langsam seinen Oberschenkel hinauf, erst in dem Moment realisierend, dass dies Ivos verletztes Bein war. Er ließ die Berührung federleicht werden, um ihm nicht weh zu tun. Ivo reagierte ein paar Sekunden überhaupt nicht, dann drehte er sich zu Franz, griff nach seinem Kopf und und zog ihn in einen Kuss. Franz ließ seine Hand auf Ivos Oberschenkel liegen, schloss die Augen und ließ sich küssen. Er wusste nicht, ob Ivo wirklich bei der Sache war; er hatte Franz immer noch nicht richtig angesehen. Aber Franz hatte nicht gewusst, wie sehr er das Gefühl von Ivos Lippen und den festen Griff in seinen Locken vermisst hatte, alles andere war ihm im Moment egal. Darüber nachdenken, ob Ivo sich bloß von Nina ablenken wollte, konnte er später. Oder gar nicht; es änderte ja nichts.

Ivo war drauf und dran, Franz rückwärts aufs Sofa zu drücken, als ihn eine falsche Bewegung vor Schmerz keuchen ließ. Franz machte sich los. Sie atmeten beide schneller. Jetzt sah Ivo ihn an, seine blauen Augen schienen wie so oft zu leuchten.

Franz rückte näher heran, half Ivo, das verletzte Bein lang ausgestreckt aufs Sofa zu legen und bedeutete ihm mit sanftem Druck an der Schulter, dass er sich rücklings an die Seite des Sofas lehnen sollte. Er kniete sich mit einem Bein zwischen Ivos Oberschenkel—er achtete darauf, den angeschossenen Oberschenkel nicht zu berühren—und beugte sich über Ivo, um ihn wieder zu küssen, dieses Mal weich und langsam. Ivo schlang beide Arme um seine Schultern und hielt ihn fest, was Franz Schmetterlinge im Bauch bescherte. Ivo hob eine Hand, mit der er Franz' Haare aus seinem Gesicht strich, bevor er sie sanft an Franz' Wange liegen ließ. Die Schmetterlinge flatterten aufgeregt.

Es blieb bei wortlosen Gesten zwischen ihnen, aber das kam Franz gerade recht. Er sehnte sich danach, Ivo etwas zu sagen—wie wichtig er ihm war, wie wütend und gleichzeitig panisch er gewesen war, als Ivo einfach verschwunden war, wie sehr er Angst gehabt hatte, dass Ivo die Schussverletzung nicht überlebte, wie sehr er sich wünschte, dass sie... was eigentlich? Da lag das Problem. Er wusste weder, wie er es Ivo sagen sollte, noch genau, was überhaupt. Er hatte noch nie für einen Freund gefühlt, was er für Ivo fühlte. Ivo war besonders, immer schon gewesen, lange, bevor sie sich das erste Mal geküsst und diese... Affäre, Nicht-Beziehung—was immer es war—angefangen hatten. Und Ivo? Dass er Ivo egal war, befürchtete Franz wirklich nicht, aber dass es Ivo so erging wie ihm, dass er sich ebenso wie Franz wünschte, sie wären sich näher—immer, nicht nur bei einzelnen Momenten im Bett—glaubte er nicht. Immerhin war der seit zwei Wochen viel mehr an Nina interessiert als an ihm. Er würde Ivo nichts sagen, dann machte er auch nichts kaputt. Es ist besser so, wie es jetzt ist.

Sie zogen einander ihre Hemden aus, ohne Hast. Franz ließ seine Hände einmal mehr bewundernd, fast meditativ, über Ivos Oberkörper wandern. Ivo lächelte zu ihm hoch und griff Franz im Gegenzug fest an den Arsch. Franz öffnete Ivos Gürtel und den Reißverschluss seiner Jeans; Ivo hob bereitwillig seine Hüften an, sodass Franz Jeans und Unterhose bis zu den Knien herunterziehen konnte.

Das legte außer Ivos halb hartem Schwanz auch die Schusswunde auf dem Oberschenkel frei. Sie war verschlossen, aber immer noch rot und etwas geschwollen. Neben dem Einschussloch war die Haut lila und gelb verfärbt. Franz strich vorsichtig an der Innenseite von Ivos Oberschenkel entlang, der Wunde bewusst ausweichend. Er rutschte auf dem Sofa nach hinten, beugte sich vor und küsste Ivo erst auf die Leiste, dann nach unten den Oberschenkel entlang, wobei er wieder darauf achtete, die Verletzung nicht zu berühren.

Ivo vergrub eine Hand in den Haaren auf seinem Hinterkopf. Franz legte den Kopf auf Ivos Bauch ab und blieb einfach liegen, während Ivo seine Haare streichelte, den anderen Arm um seine Schultern geschlungen.

Es ist gut so, wie es ist. Hauptsache, er ist bei mir.