Work Text:
Adam hatte nicht gewusst, dass es die Dinger auch für Katzen gab. Er hatte ja selbst nie einen gehabt, bis auf den mit der billigen Schokolade, den er sich vor Jahren mal mit Vincent geteilt hatte. Ihm war dieses ganze Drumherum auch eigentlich ziemlich egal.
Aber Pia hatte davon gesprochen und jetzt steht er hier vor dem Regal mit dem Katzenfutter und in seiner Hand hält er einen Adventskalender, ohne Schokolade, mit Leckerlis in Form von Sternen, oder Verpackungen, bedruckt mit kleinen Katzen in Strickpullis. Er braucht sowas nicht. Er kann ihr auch jeden Tag einen ganz normal geformten Snack geben und es Adventskalender nennen.
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Dings ist nicht Zuhause, als er zurückkommt. Er legt das sperrige Teil auf dem Esstisch ab und verräumt die restlichen Einkäufe und dann wartet er, bis sie auf seiner Terrasse auftaucht.
Zielsicher springt sie auf einen Stuhl, als sie Adam begrüßt, reckt den Kopf, um über die Tischkante zu sehen. Adam schnaubt. „Das gibt’s morgen erst“, sagt er und schiebt den Kalender ein Stück von ihr weg. Dings miaut empört, ist ihm dann aber doch nicht lange böse und tappst freudig hinter ihm her in die Küche.
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„Jeden Tag eins. Und ich mach auf!“, erklärt Adam mit erhobenem Zeigefinger und fummelt an dem ersten Türchen herum. Dings schaut gespannt zu ihm auf. Es macht Ratsch und ihm purzelt ein kleines Tütchen mit Sternen entgegen.
„Frohe Weihnachten, oder so“, murmelt er mit glasigen Augen, während er die Leckerlis an Dings verfüttert und sie zufrieden neben ihm schnurrt.
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Pia und Leo gucken ihn so komisch an, als er am Montag ins Büro kommt. Er wirft einen Blick auf Esther, die in einigem Abstand zu ihnen steht und die Augenbrauen erwartungsvoll hochgezogen hat.
„Was ist los?“, fragt Adam skeptisch, bleibt auf der Stelle stehen, die Türklinke noch in der Hand.
„Wir haben was für dich. Quasi. Beide.“, sagt Pia, grinst, und geht um ihren Schreibtisch herum. Leo setzt sich ebenfalls in Bewegung und Esther schüttelt den Kopf, verzweifelt? Belustigt? Er kann nicht einschätzen, was jetzt passiert.
Adam schließt die Tür, streift sich langsam seine Jacke ab und wirft sie über seine Stuhllehne, zupft an dem Ärmel seines Rollkragenpullovers herum. Es raschelt hinter Pias Schreibtisch.
„Zwei Dumme, ein Gedanke“, sagt Leo schließlich und streckt ihm eine rote Pappbox mit kleinen Türchen entgegen. Adam schluckt, zieht die Augenbrauen hoch, den Blick auf Leos Hände gerichtet. Es dauert einen Moment, bis bei ihm der Groschen fällt, er die aufgedruckten schwarzen Katzen zwischen den Tannenbäumen erkennt. Erleichtert atmet er auf. Nicht für ihn.
„Oh“, sagt er, nimmt den Kalender entgegen. Ein Lächeln schleicht sich auf sein Gesicht. Und dann taucht Pia neben ihm auf, ebenfalls eine Box in der Hand.
„Den hatte mein Herr Knopf letztes Jahr, fand er gut“, erklärt sie und trommelt mit den Fingern auf der Pappe. Sie wippt auf ihren Zehenspitzen leicht vor und zurück. „Du meintest ja, das ist alles nicht so dein Ding, aber ich dachte- also wir dachten, vielleicht ist es ja Dings’ Ding. Wir haben uns nur nicht abgesprochen.“ Sie grinst schief, mustert ihn gespannt.
„Na, da wird sie sich wohl kaum drüber beschweren“, entgegnet Adam. „Danke euch.“
Pia nickt, und als sein Blick zurück zu Leo wandert, lächelt der ihn mit glücklichen Augen an.
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„Von Pia“, sagt Adam und deutet auf den linken Kalender. „Und von Leo.“ Er tippt die andere Box an, die vor ihnen auf dem Wohnzimmerteppich liegt. Dings drückt ihr Köpfchen gegen die Pappe. Sie scheint schon verstanden zu haben, was das für sie bedeutet.
„Bist du verwöhnt“, grinst Adam und streichelt über das dunkle Fell, verknotet seine Beine zu einem Schneidersitz. Sie klettert in seinen Schoß, kuschelt sich an ihn, leise schnurrend, und es wird warm in Adams Brust. Dings mag keine Ahnung davon haben, was Weihnachten ist oder für Adam bedeutet, aber sie wirkt zufrieden, und vielleicht ist das schon mehr als genug für dieses Jahr.
